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10.03.2010
Leicht bewölkt und fischig
Fischregen in Australien
Tobias Möser

Der Volksmund sagt "es regnet Hunde und Katzen" und auch von Fischregen wird ab und zu berichtet, meist mit einem zwinkernden Auge, denn die Fische kommen natürlich immer nur dort vom Himmel, wo man provinzielle Hinterwäldler erwartet. So auch jüngst in Australien...


Lajamanu ist ein verschlafenes Dörfchen im Outback von Australiens Northern Territory. Die meisten der knapp 700 Einwohner gehören zu den Aboriginals, der Urbevölkerung Australiens. Der Ort selber ist nur schwer zu erreichen, der nächste Highway kann über eine 104 km lange, unbefestigte Straße angefahren werden. Wie in ähnlichen Städten besteht hier die Hauptfunktion, soziale Dienste anzubieten, so ist Lajamanu Sitz eines ständig besetzten Ärztehauses, das regelmäßig auch von Fachärzten besucht wird und bietet Alten- und Krankenbetreuung an. Bemerkenswert ist außerdem eine Vereinigung der Aboriginal-Künstler, die in diesem Dorf sitzt.
Lajamanu, weit weg von allem
Lajamanu, weit weg von allem
Die meisten Fische, die in Lajamanu regneten, waren noch am Leben und wurden von den Bewohnern aufgesammelt, um sie zu essen. (Foto: Ch. Balmer)
Die meisten Fische, die in Lajamanu regneten, waren noch am Leben und wurden von den Bewohnern aufgesammelt, um sie zu essen. (Foto: Ch. Balmer)


Eigentlich ein ganz normales, ziemlich hinterwäldlerisches Dorf, wenn es hier nicht ab und an ungewöhnliches Wetter geben würde. Als Stadt im roten Zentrum des Kontinents unterliegt sie dem typischen warm-trockenen Wüstenklima, nur während der Monsunmonate kommt es zu gelegentlichen, heftigen Niederschlägen. Hinzu kommt, dass es gelegentlich Fische regnet.
Bereits 1974 und 2004 kam es zu Fischregen in der Stadt, Meldungen darüber wurden jedoch als hinterwäldlerischer Unsinn abgetan, bis am 25. und 26. Feburar 2010 erneut Fische vom Himmel regneten. Jeweils am Abend, gegen 18 Uhr Ortszeit kam es zu heftigen Niederschlägen mit einer großen Zahl von kleinen, weißen Fischen darin. Christine Balmer, die die Altenhilfe im Dorf koordiniert, berichtete dies und belegte es mit einigen Fotos. Die Tiere, die lebend auf Straßen und Plätze fielen konnten also Gescheckte Barsche Leiopotherapon unicolor identifiziert werden. Diese Art ist einer der am weitesten verbreiteten australischen Süßwasserfische.  
An den Tagen des Fischregens waren die Bedingungen für Tornados in der Douglas Daly-Region ideal, auch wenn keine Tornados beobachtet wurden.  
Ashley Patterson, Meteorologe des Wetterbüros der Region sagte, dass es sehr selten vorkommt, dass Fische durch einen starken Aufwind in große Höhen gezogen werden, bis zu 23.000 m, eine andere Möglichkeit sei ein Tornado über einer Wasserfläche.
Die meisten geregneten Fische wurden von den Bewohnern des Dorfes aufgesammelt und gegessen.


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