AquaNet hat sich auf die Reise gemacht und eine Zwischenstation unserer Zierfische auf dem Weg in unsere Heimbecken besucht.
 | | Brachsensalmler aus Amazonien und ... | |
 | | Krebse aus den USA, wie kommen sie in den Handel? | |
Der Weg der Roten Neons …
Wildfänge der Roten Neon werden in den flachen Uferbereichen der Nebenflüsse und Bäche des Rio Negro in Brasilien gefangen. Um sie fangen zu dürfen, müssen Zierfischfänger jedes Jahr eine begehrte Lizenz erwerben. Der Fang selber ist einfach, mit kleinen Einbäumen rudern und staken die Fischer in die Biotope der Roten Neon und fangen sie dort mit großen, löffelförmigen Netzen. Damit schöpfen sie die Neons einfach aus dem Wasser und bringen sie in ihr Boot, das praktischerweise einige Zentimeter hoch mit Wasser gefüllt ist.
Aufkäufer mit größeren Booten kaufen die Tiere von den Fängern und bringen sie nach Manaus, wo sie sie an Exporteure verkaufen. Diese Exporteure verschicken die Fische in alle Welt, wo sie von Importeuren empfangen werden, die sie an Groß- oder Einzelhändler weiterverkaufen. Verkauft werden hierbei keine einzelnen Fische, sondern „Boxen“, also Styroporkästen mit einer feststehenden Zahl Fische, je nach Art zwischen 2 und 2.000 Tieren. Erst ab einer gewissen Zahl von Boxen lohnt sich der Ex- und Import überhaupt, so dass es für den Einzelhändler oft sinnlos ist, selber zu importieren. Der Mittler zwischen Ex- und Import und dem Einzelhandel ist der
Zierfischgroßhandel. Hier werden Fische und andere aquatische Tiere zwischengehältert, sortiert und in kleineren Mengen an den Einzelhandel weiter verkauft.
Die Einzelhändler sind auf diese Großhändler angewiesen, denn nur hier bekommen sie eine so große Artenvielfalt zu günstigen Preisen angeboten. Neben der meist schon durchgeführten Quarantäne besteht auch die Möglichkeit größere Mengen verschiedener Tiere zu ordern. Lästiger Papierkram, wie z.B. der Zoll fällt hier weg, da nicht selbst importiert werden muss.
Einen kleineren und eher untypischen Zierfischgroßhändler haben wir besucht und uns dort umgesehen.
 | | Palettenweise Steine und anderes Dekomaterial | |
 | | Hubert Schmalzbauer bei der Arbeit | |
… zum Zierfischtreff Pappenheim
Etwas versteckt am Ortsausgang des kleinen Örtchens Theilenhofen in Mittelfranken liegt der „Zierfischtreff Pappenheim“ von Hubert Schmalzbauer. Wir sind außerhalb der regulären Öffnungszeiten mit dem Inhaber verabredet um uns in Ruhe umsehen zu können.
Von außen lässt nicht viel vermuten, dass hier massenweise Zierfische gehandelt werden. Ein großes Schild am Eingang und einige Behälter mit Wurzeln und verschiedenen Steinen fallen uns aber sofort ins Auge.
Freundlich werden wir von dem jungen Inhaber persönlich empfangen und angesichts des trostlosen Novemberwetters erst einmal ins Büro gebeten. Nach einem kurzen Plausch und einer Tasse Kaffee machen wir uns mit Hubert auf den Weg in die heiligen Hallen.
 | | Mehr als 300 m² Verkaufsfläche | |
 | | und ein großes Seewasserbecken als Blickfang | |
Der Raum für die Zierfische hat knapp 300 qm. Am Eingang empfängt uns ein großes Meerwasseraquarium, direkt dahinter beginnt die eigentliche Anlage. In hunderten Aquarien tummeln sich je nach Saison zwischen 300 – 400 verschiedene Arten Zierfische. Darunter auch einige Wirbellose, sowie ein Bereich für Pflanzen und Meerwasserbewohner.
Der Zierfischtreff Pappenheim ist zwar ein vergleichsweise kleiner Großhandel, jedoch dürften die Dimensionen an Zierfischen und Aquarien bei weiten die Möglichkeiten des Normalaquarianers überschreiten. Die hier gehandelten Tiere stammen von allen Kontinenten, wobei sich Zierfischtreff Pappenheim vor allem auf Südamerikanische Arten spezialisiert hat.
(alle Fotos auf dieser Seite: T. Möser)