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| Europäischer Aal (Foto: J. Vierke im Müritzeum/Waren) |
Seit langem gibt es in Deutschland einen Managementplan für die Nutzung der Aaalbestände. Der EU-Kommission reicht diese Regelung jedoch nicht aus, denn die Anzahl der Aale fällt immer weiter. So verlangt sie härtere Schutzmaßnahmen, der WWF geht sogar noch weiter und fordert einen sofortigen Stop jeglicher Aalfischerei.
Innerhalb von wenigen Jahren ist der Aal zur bedrohten Art geworden. Seit 1990 sind die Bestände um etwa 75% eingebrochen, und das obwohl Aale noch in nahezu jedem Kreis in Deutschland vorkommen! Zunächst machte man den Parasiten Angulicola für diesen Rückgang verantwortlich: er besiedelt die Schwimmblase und verhindert die Auftriebsregulierung des Aals im Wasser. In den europäischen Süßgewässern ist das kein Problem, aber auf dem Weg in die Laichgebiete in der Sargassosee vor Mittelamerika versinken die Aale möglicherweise in der Tiefsee.
Dieser Parasit wurde mit asiatischen Besatzaalen eingeführt und durchseucht einen großen Teil der Aalpopulation.
Mittlerweile kommen weitere Faktoren hinzu: in China gelten die jungen Glasaale, die an die europäischen Küsten kommen, als Delikatesse. Für ein Kilo lebender Glasaale werden in Asien Phantasiepreise bis zu 1100 € bezahlt, kein Wunder, dass sie für Fischer interessant sind.
Die französischen Fischer dürfen dieses Jahr erneut 14 Tonnen dieser Jungaale fangen, was etwa 50 Millionen Tieren entspricht! Auch spanische Fischer beteiligen sich an dieser Resourcenverschwendung.
Sind die Jungaale den Netzen der Fischer entkommen, stellen Wasserkraftwerke eine große Gefahr für sie dar. Immer wieder werden aufwärts oder abwärts wandernde Aale von den Schaufeln der Turbinen zerschreddert.
All das bedroht die natürlichen Aalbestände.
Auch die "Aalzucht" hilft hier nicht weiter, weil sich Aale in Gefangenschaft nicht vermehren lassen. Jeder Aal, der in einem Zuchtbetrieb gemästet wird, ist der Natur entnommen und fehlt dort.
Grundsätzlich kann nur ein kurz- bis mittelfristiger Verzicht auf Aal und den Export von Glasaalen die Bestände erhalten. Leider machen Aale etwa 20% des Einkommens der Binnenfischer aus, was für viele Betriebe das Aus bedeuten könnte.
Quelle: welt online