Heimtiermesse Hannover 2010, ein interessierter Streifgang durch die Reihen der Aquarien mit den Teilnehmern am 2. Internationalen Garnelenchampionat.
Nicht alle Becken waren in Anspruch genommen worden und so tummelten sich auch Schnecken, Krebse und andere Wirbellose, rein zu Ausstellungszwecken, in einigen dieser kleinen Aquarien.
Beim Umherschauen entdeckte ich sie, eine kleine Krabbe, die mir gleich frech drohend ihre geöffneten Scheren entgegenhob als ich mich näher an das Aquarium heranbeugte um sie besser begutachten zu können.
Wem ist das nicht auch schon einmal passiert, man betrachtet ein Aquarium, sieht ein Tier, schaut es an und ist „verliebt“.
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| Was bin ich......oder welches Krabberl hätten´s gerne? |
Wie es weiter ging
Was macht man also in so einem Fall?
Als allererstes nachdenken und sich die Frage stellen ob man den Ansprüchen des Tieres gerecht werden kann.
Hier auf der Messe machte ich mich also auf die Suche nach dem Besitzer des Tieres um mehr zu erfahren, was mich aber in diesem Fall leider auch nicht weiter brachte denn die Krabbe stellte sich als sogenannter „Beifang“ heraus. Sie war mit einer Lieferung von „Amanogarnelen“, Caridina multidentata, aus Taiwan in seinen Besitz gelangt.
Da ich schon eine erfahrene Krabbenhalterin bin traute ich mir trotzdem zu diesem Tier gerecht zu werden und so hat die Krabbe dann mit etwas Überredung und einem charmanten Lächeln ihren Weg zu mir gefunden.
 | | Der Ort der Begegnung......dort links wo sich die Menge knubbelt....da sitze ich | |
 | | „Schau mir in die Augen“.......und nimm mich bitte mit. |
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 | | Wohin mag die Reise gehen, ich würde mich so gerne verstecken.) |
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 | | Alles im Eimer.......wo soll das wohl noch enden? |
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Im neuen Zuhause angekommen
Nach der langen Reise in einer kleinen Kunststoffdose mit etwas Filterschwamm zum Festhalten und zur Speicherung von Feuchtigkeit kam sie erst einmal provisorisch in ein größeres Gefäß.
Da saß die kleine Krabbe nun in einem Eimer mit Leitungswasser und etwas Javamoos und wartete gezwungenermaßen geduldig darauf, dass ihr neues Zuhause fertig gemacht wurde.
Aber wie sollte es denn nun aussehen, das neue Zuhause?
Da die Krabbe noch nicht sehr groß ist (20 mm Panzerbreite) wird erst einmal ein Aquarium mit den Maßen 40x25x25 cm eingerichtet. Wasser musste es enthalten, soviel war jedenfalls klar, dazu Sand, eine Holzwurzel, ein Korkast um heraus zu klettern, Mooskugeln und etwas Javamoos.
Da keine Zeit war das Aquarium richtig einfahren zu lassen habe ich den Sand aus einem laufenden Aquarium entnommen und den neuen Schwamm des Lufthebefilters mit Bakterien von einem eingefahrenen Filter angeimpft.
Fertig, jedenfalls fürs Erste.
 | | Viel Platz für Fantasie und kreatives Schaffen |
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 | | Das perfekte Einzimmerappartement für aquatische Krabben |
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Die Suche nach der Identität
Bevor meine kleine Krabbe nun ihr neues Heim erobern durfte musste sie sich erst einmal noch einem kleinen Fotoshooting unterziehen. Gute Fotos sind in diesem Stadium der Suche ein wichtiger Faktor wenn man etwas über die Identität herausfinden will.
Nahaufnahmen des Rückenpanzers, des „Gesichtes“ und der Scherenarme können bei der Identifizierung helfen. Zudem wollte ich auch das Geschlecht wissen. Ein kurzer Blick auf die Form der Bauchklappe, das bei Krabben untergeklappte Abdomen, zeigte mir dass ich ein noch nicht geschlechtsreifes, semiadultes Weibchen vor mir hatte denn die Bauchklappe war noch nicht rund.
Dann durfte die kleine Krabbendame in ihr neues Zuhause einziehen.
 | | Ein Blick auf den Bauch enthüllt so manches...ich bin ein Mädchen |
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 | | Auch ein schöner Rücken kann entzücken...und dazu beitragen meine Identität zu enthüllen. |
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Für mich begann nun die Suche im Internet. Zuerst die Fotos auf den PC laden, dann ein Besuch in meinem bevorzugten Krabbenforum.
Dort wurde ein neues Thema eröffnet das die Fotos und alles was ich an Informationen bis dato hatte enthielt.
Ich musste auch nicht lange warten, auf meine Freunde war eben Verlass, und ich bekam den Link zu einer Internetseite die sich mit Krabben aus Taiwan beschäftigt.
Wie es das Glück oder der Zufall, man mag es nennen wie man will, so wollte wies gleich die erste aufgelistete Art eine sehr starke Ähnlichkeit mit meiner Krabbe auf, was bis auf ein kleines Detail auch meine Freunde bestätigten.
Tja, nun wollte ich mich aber nicht mit Vermutungen zufrieden geben. Wo immer in so einem Fall eine Internet- e-Mail Adresse zu finden ist, da nehme ich mir die Freiheit eine höfliche Anfrage zu stellen und es kommt selten vor dass ich keine Antwort bekomme. Also schilderte ich wiederum alle Informationen, meine Vermutung und schickte ein paar Fotos im Anhang mit. Einen Tag später hatte ich die Antwort.
Meine kleine Krabbe ist eine Candidiopotamon rathbunae (De Man, 1914).
 | | Das Internet...unendliche Weiten......stets neue Seiten zu entdecken und auf der Suche nach Informationen zu durchforschen. |
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 | | Eine höfliche Anfrage......und meine Suche nach Informationen wurde selten enttäuscht. |
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