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| Hemiarius verrucosus, ehemals Hexanematichtys verrucosus ist trotz des Namens "Sechshaarfisch" kein Frisörbesucher. (Foto: Ingo Seidel) |
Unter den Frisörbesuchern sind Fische eher selten. Selbst die Vertreter der Gattung
Hexanematichthys, deren wissenschaftlicher Name übersetzt "Sechshaarfisch" bedeutet, tragen eine Glatze. Folglich sollte es kein Problem sein, wenn sie in ihrem Frisörsalon ein Aquarium aufstellt, dachte Lori Corbins aus Columbia in Tennessee, USA. Sie dachte an die bekannte beruhigende Wirkung für ältere Kunden und an Ablenkung für Kinder, denen Haareschneiden oft unangenehm ist. Außerdem hoffte sie, dass ihr kleiner Salon damit bekannter wird und mehr Kunden anlockt.
Und so geschah es: Noch in der Einlaufphase des Aquariums kam ein Inspektor des Bundesstaates in den Laden und kippte den Wunsch der Frisörin. Lebende Tiere seien in den Geschäftsräumen von Frisören untersagt, so wolle es das Gesetz. Dieses Gesetz wurde erst vor kurzem geschaffen, um die Nutzung von Kangal-Knabberfischen zu regeln. Diese Barben fressen mit ihrem Saugmaul Hautschuppen und Gewebereste, auch von Menschen und werden deswegen zur Behandlung von Hautkrankheiten wie Schuppenflechte, aber auch als Helfer bei der Pediküre eingesetzt. Um die Nutzung dieser Fische zu hygienisch und tierschutzrechtlich einwandfreien Bedingungen zu ermöglichen, wird sie auf Ärzte und zugelassene Heilpraktiker begrenzt. Frisöre dürfen keine Fische für sich arbeiten lassen.
Die verzweifelte Frisörin wandte sich an ihren Abgeordneten Ty Cobb. Der kam auch prompt vorbei und nahm sich die Sache zu Herzen. Die Folge war eine Gesetzesvorlage im Parlament von Tennessee, die den Frisören das Halten von Fischen erlauben soll, wenn diese ausschließlich zu dekorativen Zwecken dienen.
Die Chancen stehen gut, der entsprechende Ausschuß hat dem Parlament empfohlen, die Gesetzesvorlage anzunehmen... und damit Lori Corbin zu erlauben, Fische in ihr Aquarium im Frisörsalon zu setzen.