29.07.2010
Strukturierte Umgebung bremst Aggressionen
Revierverteidigung bei Geophagus brasiliensis
Tobias Möser
Wenn Revierbesitzer und Eindringlinge kämpfen, gewinnt gewöhnlich der Revierbesitzer, einfach weil er mehr zu verlieren hat. So entstand die Hypothese, dass Revierbesitzer in einer strukturreichen Umgebung noch vehementer vorgehen, weil der Wert eines Revieres noch höher ist.
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| "Geophagus" brasiliensis der Lokalform "Bahia red" (JL) |
Um diese Hypothese zu überprüfen, untersuchten Vivian Kadry und Rodrigo Barreto das Revierverhalten von Brasilperlfischen
"Geophagus" brasiliensis. Die Biologen stellten fest, dass die Buntbarsche Reviere besetzen, unabhängig, ob die Umgebung stark strukturiert oder strukturarm ist.
Ein weiteres Ergebnis überraschte die Wissenschaftler, während Aquarianer, die sich mit Buntbarschen befassen, schon lange wissen: eine stark strukturierte Umgebung bremst die Aggressionen.
Bei
"G." brasiliensis geht das so weit, dass weitere Tiere im Revier geduldet werden, ohne dass der Revierinhaber sie verjagt. Die Biologen stellten fest, dass die Buntbarsche Reviere besetzen, unabhängig, ob die Umgebung stark strukturiert oder strukturarm ist. Möglicherweise, so die Schlussfolgerung, senkt die geringere Übersichtlichkeit des Reviers die Aggression.
Kein Wunder, einen Gegner, von dem man nicht weiß, dass er da ist, kann man kaum bekämpfen.
Weiterführende Links:
- Geophagus brasiliensis
- Revierbesitzer oft stark beansprucht
Literatur:
Kadry, V.O. & Barreto, R.E. (2010): Environmental enrichment reduces aggression of pearl cichlid, Geophagus brasiliensis, during resident-intruder interactions. Neotrop. ichthyol. [online]. vol.8, n.2, pp. 329-332
Foto: Jessica Lindner