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| Europäischer Hecht (Foto: J. Vierke, Müritzeum/Waren) |
Hechte sind als geduldige Ansitzjäger bekannt: sie stehen "faul" im Schilf und warten geduldig, bis ein Beutefisch in erreichbare Nähe kommt, und stoßen dann blitzschnell zu. Dies scheint aber nur so zu sein, wenn ausreichend Nahrung zur Verfügung steht. Wird die Nahrung knapp, weil zu viele Hechte in einem Gewässer leben, so ändern einzelne Tiere die Taktik:
Im 25 Hektar großen "Kleinen Döllnsee" im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin hat eine Arbeitsgruppe um Prof. R. Arlinghaus zwei weitere Jagdtaktiken feststellen können:
Der "Wasserpflanzentyp" hält sich in tieferen Ufergebieten auf und nutzt die Nähe von Wasserpflanzenbeständen, um dort auf ähnliche Weise zu jagen, wie der "Schilftyp". Jedoch ist er deutlich aktiver und wechselt mehrmals täglich seinen Standort.
Völlig anders verhält sich der "Opportunist": er wagt sich zur Jagd ins Freiwasser, tut dies jedoch meist in der Nacht und ist deutlich aktiver als die beiden anderen Typen. er verbraucht im Vergleich zu seinen "Kollegen" die meiste Energie, auch weil der Körper des Hechtes nicht auf aktives Dauerschwimmen ausgelegt ist. Andersrum wird der höhere Energieverbrauch durch höheren Beuteerfolg wieder wettgemacht.
Dieses Verhalten tritt vor allem im späteren Verlauf des Jahres auf, wenn die Anzahl der Beutefische im Gewässer bereits deutlich gesunken ist. Dies deutet darauf hin, dass es nur ein Notverhalten ist.
Interessanterweise ist es für die Wachstumsleistung der Hechte egal, nach welchem Typ sie sich ernähren, alle Jagdstrategien scheinen ein sehr ähniches Aufwand/Gewinn-Verhältnis zu haben. Dies ist um so wichtiger, als dass die Überlebenswahrscheinlichkeit und Fruchtbarkeit eines Hechtes direkt von der Größe abhängt.
Die Antwort der Hechte auf knappe Ressourcen ist damit klar: Vielfalt statt Einfalt - ein cleveres Prinzip, nicht nur für Fische.
Quelle: Pressemeldung des Forschungsverbund Berlin e.V.