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AquaNet Systematik - Perciformes
von
Lutz Gohr
Die Ordnung besteht aus 148 Familien, 1500 Gattungen, ca. 10.000 Arten
Die Ordnung mit den allerhäufigsten Fischen, sowohl im Süß- als auch im Seewasser. Es hieße also Eulen nach Athen zu tragen, Fisch- und Aquarienliebhabern etwas von Barschen zu erzählen. Barsche sind sehr vielgestaltig und haben besonders im Meer eine häufig sehr bunte, plakative Färbung. Allerdings kommen eigentlich nur etwa ein Drittel der Familien als häufiger gesehene Meerwasserfische im Aquarium oder bei einem Tauchgang vor das Auge des Betrachters. Aber vor allem der Süßwasseraquarianer kennt und schätzt die farbenprächtigen Fische der Familien der Cichlidae und der Percidae, vor allem die endemischen Arten der afrikanischen Seen (Malawi- und Tanganjikasee).
Weil die Ordnung sehr groß ist, macht es hier Sinn, auch die Unterordnungen zu nennen.
Die Unterordnung Percoidei (Echte Barsche) beinhaltet die meisten Familien, alle mit der typischen, barschähnlichen Gestalt, also u.a. Zacken-, Zwerg-, Feen-, Kardinal- und Sonnenbarsche sowie Barben und die Kaiser- und Falterfische (u.v.a).
Eine weitere wichtige Unterordnung ist die der Labroidei (Lippfischähnliche) mit den Lippfischen, den Cichliden, den Riffbarschen und den Papageienfischen.
Die Unterordnung der Acanthuroidei (Doktorfischähnliche) umfasst die Doktor-, Halfter-, Spaten- und Kaninchenfische.
Weitere wichtige Unterordnungen sind die Blennioidei (Schleimfischähnliche), Callionymoidei (Leierfischähnliche)und die Gobioidei (Grundelartige).
Die Systematik ist noch sehr uneinheitlich und viele Gruppen werden immer wieder überarbeitet, so dass sich ungefähr alle zwei Jahre selbst auf dieser hohen hierarchischen Ebene einiges ändert.
Die Barschartigen haben alle eine ursprünglich zweigeteilte Rückenflosse mit echten Stachelstrahlen und Kammschuppen. Die Schwimmblase ist nicht mit dem Darm verbunden. Barsche können sehr klein sein (2-3 cm), die größten Prachtexemplare bringen es jedoch auf über 3 m Länge.
Gerade an den Barschen sieht man ein großes Verhaltensspektrum, was sie zu beliebten Aquarienzöglingen und wissenschaftlichen Beobachtungsobjekten macht. Besonders das gesamte Fortpflanzungsverhalten ist ausführlich untersucht worden, da viele Familien der Barsche ein besonders eindrucksvolles Balzspiel und eine sehr sorgfältige Brutpflege mit vielfältigen Spezialisierungen zeigen.
Bei den Meerwasserfischen sind jedoch viele Barsche Freiwasserlaicher, die im Aquarium kaum ablaichen, während einige Arten wie von Süßwasserfischen bekannt Maulbrüter oder Substratlaicher sind. Interessant ist jedoch, dass gerade in dieser Ordnung recht viele Arten einen Geschlechtshermaphroditismus zeigen. Das heißt, dass viele Arten während ihrer Entwicklung einen Geschlechtswechsel durchmachen und sowohl voll funktionstüchtige Männchen als auch Weibchen sein können.
Letzte Änderung: 2/18/2004
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