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AquaNet Systematik - Chordata
von
Lutz Gohr
Die Chordatiere sind die am weitesten entwickelten Organismen des Tierreiches. Die mehr als. 50.000 Arten besitzen alle ein inneres Skelett, das jedoch bei den primitiven Formen von einem elastischen Stab zwischen Rückenmark und Darm, der Chorda dorsalis, gebildet wird. Bei den höheren Organismen (z.B. Fischen) wird dieses dann durch eine knorpelige oder knöcherne Wirbelsäule ersetzt. Weitere Unterscheidungsmerkmale sind die Lage und Form des Zentralnervensystems (Neuralrohr) und der Bau der Atmungsorgane. Vielfach sind diese Merkmale nur im Larven- oder Embryonalstadium nachweisbar. Die Entstehung dieses Tierstammes ist zum Teil noch ungeklärt.
Zum Stamm der Chordata gehören die Unterstämme Tunicata (Manteltiere, wie z.B. Ascidien (Seescheiden) und Thaliacea (Salpen)), Copelata (rein pelagisch), Acrania (Schädellose, Lanzettfischchen) und die Vertebrata (Wirbeltiere mit Fischen, Amphibien, Reptilien, Vögeln und Säugern).
Unterstamm Vertebrata (Wirbeltiere)
Die Wirbeltiere (mehr als. 48.000 Arten) besitzen alle Merkmale der Chordaten und sind am weitesten innerhalb dieses Stammes entwickelt. Der Körper ist in der Regel in Kopf, Rumpf und Schwanz gegliedert, sie sind bilateralsymmetrisch. Wie der Name sagt, besitzen diese Tiere ein gegliedertes Innenskelett, meist zwei Paar Extremitäten, ein hoch differenziertes Gehirn sowie komplexe innere Organe. Die Wirbeltiere zeigen eine sehr große Formenvielfalt, so dass es nicht erstaunlich ist, dass sich manche Strukturen sekundär zurück- oder andersartig ausgebildet haben.
Die Vertebraten gliedern sich in zwei Überklassen:
Agnatha (Kieferlose) mit den beiden Klassen Myxini (Schleimaale) und Cephalaspidomorphi (Neunaugen) mit insgesamt etwa 90 Arten. Oft wird auch nur eine Klasse Cyclostomata (Rundmäuler) angegeben. Diese aalähnlichen, wasserlebenden Tiere haben keine Schuppen, keine Kiefer, keine paarigen Extremitäten, aber ein knorpeliges Skelett. Sie sind die primitivsten Vertreter der Vertebraten.
Gnathostomata (Kiefermünder) mit den von uns gepflegten Pisces (Fische, mit ca. 25.000 Arten, davon ca. 10.000 Arten reine Süßwasserfische). Diese unterteilen sich jedoch in fünf Klassen, den ausgestorbenen Placodermi, den Chondrichthyes (Knorpelfische, mit Haien, Rochen usw.) und der Gruppe der Teleostomi (Osteichthyes (Knochenfische)) mit den Klassen Acanthodii (ausgestorben), der Klasse Sarcopterygii (Muskelflosser, mit den Lungenfischen und dem berühmten Quastenflosser) und der wichtigsten Klasse der Actinopterygii (Strahlenflosser, mit über 99% aller lebenden Fische). Die Tiere besitzen einen Kiefer, paarige Extremitäten (Brust und Bauchflosse) und Schuppen. Die drei weiteren Klassen Amphibia (Lurche), Reptilia (Kriechtiere) und Mammalia (Säugetiere) seien nur der Vollständigkeit halber erwähnt.
Letzte Änderung: 10/30/2003