Eigentlich gelten die gleichen Lebensbedingungen wie bei Rhodactis spp. und auch Discosoma (früher: Actinodiscus) spp. So sollte die Strömung schwach, zeitweise mäßig; keinesfalls aber länger anhaltend stark sein. Die Lichbedürfnisse sind bei der Verwendung von HQI-Brennern so, dass die Scheibenanemonenkolonien im Seitenlicht zu platzieren ist. Hier behalten sie ihre Färbung. Bei der Verwendung von Leuchtstoffröhren der Lichtfarbe, 11, 21 oder 72 (Firma Osram) oder der neuen T5-Technologie, sind die Kolonien in den Lichtkegel der Leuchtstoffröhren zu stellen.
Eine direkte Futteraufnahme erfolgt nicht. Die Nahrung wird mithilfe der im Gewebe eingelagerten Zooxanthellen über Photosynthese gewonnen. Zusätzlich werden gelöste Nährsalze über das Wasser aufgenommen. Eine dauerhafte Vergesellschaftungen mit Steinkorallen, Xeniiden, Weichkorallen und Gorgonien sind ohne ausreichenden Sicherheitsabstand nicht praktikabel. Der Aquarianer muss bedenken, dass viele Scheibenanemonen das Wassermilieu zu ihren Gunsten verändern und somit eine Reihe von anderen Korallen verkümmern können. Eine Vergesellschaftung mit Röhrenkorallen (Stoloniferen), Sarcophyton- und Cladiella-Arten ist nach meiner Erfahrung hingegen unproblematisch. Dies gilt für Anemonen und Krustenanemonen gleichermaßen.
Die Vermehrung geschieht asexuell durch Abschnüren eines Fußteils.
Verwirrend sind derzeit noch die systematischen Gliederungen und es bleibt abzuwarten, wann sich die Wissenschaft dieser Herausforderung stellt, die sicher nur über die Analyse des Erbmaterials zu zufrieden stellenden Ergebnissen führen wird. Bis es soweit ist, werden sicherlich noch viele Rhodactis als Discosoma und Discosoma als Rhodactis den Fachhandel verlassen. Nur gut, dass die Pflegeansprüche für die Arten aus beiden Gattungen ähnlich sind.
Borneman, E. H. (2001): Aquarium Corals. T.F.H. Publ., Inc., Neptune. 464 p.