Der Gattung Metrhodactis einzelne Arten zuordnen zu wollen erscheint aus derzeitiger Sicht unmöglich. Zur existierenden Problematik der Familie Discosomatidae schreiben Erhardt & Knop (2005), dass der Hauptgrund für die schlechte Taxonomie darin zu finden ist, dass den Tieren unter anderem Skelett fehlt, was keinerlei Struktur nach dem Absterben hinterlässt, an dem sich die Wissenschaft zur Identifizierung orientieren könnten.
Damit bleiben einzig molekularbiologische Charakteristika die jedoch aufgrund der Vielgestaltigkeit der Scheibenanemonen nicht auf das Aussehen anzuwenden sind. Damit wird es schwer, in der Familie der Scheibenanemonen Artbestimmungen durchführen zu wollen.
Strömung: Schwach, zeitweise mäßig; keinesfalls länger anhaltend stark. Es hat sich bewährt, wenn die Strömung zuvor von einem Gegenstand abgelenkt wird, ehe die Kolonie durchströmt wird.
Licht: Bei der Verwendung von HQI-Brennern ist es vorteilhaft, die Kolonie im Lichtkegel zu platzieren. Hier wachsen die Arten recht schnell zu prächtigen Kolonien heran. Bei der Verwendung von Leuchtstoffröhren der T8- und T5-Technologie ist es angebracht, einen Standort im Lichtkegel der Leuchtstoffröhren zu wählen, der so nah als möglich unter den Beleuchtungskörpern ist..
Nahrung: Eine direkte Aufnahme von Futterpartikeln erfolgt nach meiner Beobachtung nicht. Statt dessen geschieht die Ernährung über die Photosyntheseprodukte der im Gewebe eingelagerten Zooxanthellen. Zusätzlich werden gelöste Salze mit dem Wasser aufgenommen.
Vergesellschaftung: Eine gemeinsame Pflege mit Steinkorallen, Xeniiden, Weichkorallen und Gorgonien ist ohne ausreichenden Sicherheitsabstand problematisch. Zusätzlich sollte sich der Aquarianer gewahr werden, dass viele Scheibenanemonen das Wassermilieu zu ihren Gunsten verändern und damit auf andere Korallen nachteiligen Einfluss nehmen können. Eine Vergesellschaftung mit Stoloniferen, Sarcophyton- und Cladiella-Arten, Anemonen und Krustenanemonen ist hingegen wenig problematisch.
Die Vermehrung erfolgt selbstständig auf asexuellem Wege, in dem ein Teil der Fußscheibe vorgestülpt und in Folge abgeschnürt wird.
Bei einigen Arten sind die mehrfach vorhandenen Mundscheiben problemlos zu erkennen. Metarhodactis spp. werden in letzter Zeit sogar des Öfteren importiert, wobei die schönsten Arten gelblich gefärbt sind. Leider scheinen dies auch die empfindlicheren ihrer Gattung zu sein. Sei noch erwähnt, dass weiß wirkende Arten zu wenig Licht erhalten und kurz vor dem Absterben sind. Von ihrem Kauf ist abzuraten.
Literatur:
Erhardt, H. & Knop, D. (2005): Korallenführer Indopazifik. Kosmos-Verlag, Stuttgart.
Frische, J. (2007): Elefantenohren im Aquarium. VDA aktuell, 3-2007, 30-33