Die Familie der Scherengarnelen ist vor allem durch jene Gattung vertreten, die dem Aquarianer unter dem wissenschaftlichen Namen Stenopus wohl bekannt ist.
Innerhalb der Gattung Stenopus finden sich einige Vertreter die regelmäßig mit Importen zu unseren Händlern eintreffen. Scherengarnelen zeichnen sich vor allem durch sechs extrem lange Antennen und zwei kräftige Scheren aus. Die Scheren funktionieren unter anderem als wehrhaftes Verteidigungsinstrument, was dazu führt, daß Scherengarnelen auch mit Garnelen fressenden Fischen vergesellschaftet werden können. Scherengarnelen sind äußerst scheu und beschränken ihre Aktivitäten in aller Regel auf die Dämmerungs- und Nachtstunden. So lassen sich viele Scherengarnelen am Besten im Schein der abendlichen Blaubeleuchtung beobachten. Scherengarnelen sind getrenntgeschlechtlich. Neben der Geschlechtsaufteilung kommt dem ein ausgeprägtes Territorialverhalten hinzu, das dazu führt, dass Stenopus hispidus nur als Paar zu pflegen ist. Angriffe gegen andere Panzertiere beschränken sich nicht nur auf gleichgeschlechtliche Artgenossen, sondern auch auf Garnelen die ähnlich in Form und Farbe sind. In den Aquarien der Händler kommt es öfters zu Auseinandersetzungen, die als Resultat den Verlust einer Schere haben. Der Verlust von Extremitäten (was bei Stenopus hispidus auch bei der Zusammenführung von Männchen und Weibchen passieren kann) ist bei Garnelen und Krebsen generell unproblematisch, da sie bei der nächsten Häutung regeneriert werden - wenn auch nicht gleich in voller Größe. Drei bis vier Häutungen später allerdings, erinnert nichts mehr an den einstigen Verlust der Extremität.
Scherengarnelen putzen Fische. Doch ist dieser Dienst im Aquarium nicht so intensiv und umfassend. Warum die Putztätigkeit im Aquarium von den Garnelen reduziert wird, ist nicht bekannt. Hin und wieder ist zu beobachten, daß Säuberungsaktionen bei kleinen Fischen so intensiv sind, dass die Fische gleich mitgefressen werden. Eine Unart, die meiner Auffassung nach, wahrscheinlich auf die Pflege im Aquarium beschränkt ist.
Angriffe auf Lysmata amboinensis wurden beobachtet, die bei mangelnder Ernährung und zu kleinen Aquarien zum Tode der Lysmata führten. Der Ernährung ist einfach mit Frost- und Tablettenfutter zu entsprechen, sodass in diesem Fall die Pflege in einem Riffaquarium als einfach zu bewerten ist.