Die Hummelgarnele gelangt nur sporadisch in den Handel, da es sich um eine scheue Garnele handelt, die sich schnell unter Steinen versteckt (Debelius 2000) und sich so dem Fänger vor dem Zugriff entzieht. Sie leben in den Gezeitenzonen ebenso wie in den tieferen Riffbereichen (Baensch & Debelius 1992). Dort findet man sie einzeln oder paarweise. Geschlechtlich unterschieden werden die Männchen an den wesentlich längeren Scherenbeinen. Außerdem ist berichtet, dass sie in Gemeinschaft mit Seeigeln, Seesternen und Seegurken leben (Baensch & Debelius, 1992). Es ist allerdings davon auszugehen, dass es sich nicht um eine Lebens- oder Fressgemeinschaft handelt, sondern vielmehr würde ich meinen, dass die Garnele sich an den Pseudopodien der Stachelhäuter labt, die zu ihrer natürlichen Nahrung zählen.
Im Aquarium werden nicht ausschließlich Pseudopodien konsumiert sondern alles dargereichte Futter verwertet. Es wird verschiedentlich berichtet, dass die Hummelgarnelen tagaktiv sind. Eine Beobachtung die mein Exemplar bedauerlicher Weise nicht bestätigt, da es sich bei ihr um eine ausschließlich nachtaktive Garnele handelt. Dies mag aber damit zusammenhängen, dass in dem 800 Liter Aquarium zahlreiche klein gewachsene Fische leben, die durch ihre scheues Wesen den steten Fluchtreflex von Gnathophyllum americanum auslösen könnten, was sie zu der nächtlichen Lebensweise bewogen hat.
In kleinen Aquarien von > 50 Litern, so wird berichtet, in denen hektische und ängstliche Fische fehlen, durchstreift das Tier auch tagsüber die Landschaft auf der Suche nach Nahrung. Nach allen mir bekannten Erfahrungen scheint es sich um eine gut zu haltende, scheue kleine Garnele zu handeln, die vor allem für kleine Aquarien mit wenigen Fischen bestens geeignet ist.
Mein Dank geht an Peter Staudacher, der mir die Garnele freundlicher Weise überlassen hat.
Literatur:
Baensch, H. A. & Debelius, H. (1992). Meerwasser-Atlas Band 1. Mergus Verlag, Melle. 1216 S.
Debelius, H. (2000). Krebsführer. Jahr-Verlag, Hamburg. 320 S.