Zweifellos gehört der Paletten-Feilenfisch Oxymonacanthus longirostris zu den schönsten seiner Familie (Debelius, 1999).
Oxymonacanthus longirostris verbringt einen wesentlichen Teil seines Lebens kopfüber im Schutz der Korallen. Nur bei Flucht und innerartlichen Auseinandersetzungen ändern die Fische ihre Position und wechseln in die waagerechte Schwimmweise.
Mit 9 cm SL erreicht Oxymonacanthus longirostris seine maximale Länge und wäre ein idealer Fisch in einem Riffaquarium von durchschnittlicher Größe. Leider aber handelt es sich um Nahrungsspezialisten, der sich auf die Polypen von Steinkorallen aus der Gattung Acropora spezialisiert hat.
Hebbinghaus (2002) ist der Frage nachgegangen, ob Oxymonacanthus longirostris im Aquarium mit Ersatznahrung ernährt werden kann. Er schaffte es nicht, die von ihm gepflegten Oxymonacanthus longirostris auf Ersatznahrung umzustellen. Dass Oxymonacanthus longirostris Steinkorallen der Gattung Acropora frisst, beschreibt auch Schütte (2001). Ihm gelang es jedoch nach einiger Zeit, sein Exemplar an Mysis als zusätzliche Nahrung zu gewöhnen. Thaler (1998) berichtet ebenfalls, dass es mühsam und langwierig ist, die Tiere zur Aufnahme von Ersatznahrung zu bewegen. Sie schreibt, dass Sie letztendlich Erfolg mit weißen Mückenlarven hatte.
Wenn ausreichend Acroporen im Aquarium angesiedelt sind, besteht unter Umständen die Chance, Oxymonacanthus longirostris über diese Nahrungsquelle am Leben zu erhalten. Die Frage ist, wie weit dies abhängig von der Größe des Aquariums und damit von der Anzahl der gepflegten Acropora-Korallen ist. Hebbinghaus (2002) hat diese Frage ausführlich erörtert.
Zur Vergesellschaftung gibt Debelius (1999) an, dass Jungtiere in kleinen Gruppen leben, während geschlechtsreife Tiere als monogames Paar ein Terrain besiedeln. Die Geschlechter sind nach Hebbinghaus an den Bauchlappen unterschieden. Jener der Männchen ist kräftig orange-schwarz gefärbt ist, beim Weibchen hingegen deutlich blasser.
Thaler (1998) konnte Oxymonacanthus longirostris beim Ablaichen im Aquarium beobachten. Ihre Ausführungen decken sich im Wesentlichen mit jenen von Barlow (1987). Die grünen, etwa 0.7 mm im Durchmesser messenden Eier werden in Algenbüschel abgelegt. Die Algen, die zur Aufnahme der Eier gesucht werden, gelten als giftig. Die Eier besitzen kein Öltröpfchen. Nach etwa 53 Stunden schlüpfen die planktonischen Larven im Schutz der Nacht. Der Dottersack der bei Schlupf 2.5 mm messenden Larven ist nach 5 Tagen aufgezehrt.
Auch wenn es Thaler (1998) geschafft hat, ihre Fische gut fünf Jahre am Leben zu erhalten und Hebbinghaus (2002) seinen Fisch (von ehemals vier Exemplaren) über drei Jahre pflegen konnte, bleibt festzuhalten, dass die schön gefärbten Arten aus der Gattung Oxymonacanthus keine Fische für das Aquarium sind und deshalb nicht eingeführt werden sollten.
Literatur:
Barlow, G. W. (1987): Spawning, eggs and larvae of the longnose filefish Oxymonacanthus longirostris, a monogamous coralivore. Environmental Biology of Fishes. 20(3), 183-194.
Debelius (1999): Riff-Führer Indischer Ozean. Jahr Verlag, Hamburg. 322 S.
Frische, J. & Finck, H. (2006): Raue Haut und scheues Wesen - Feilenfische Teil 3. DATZ 59(6), 56-59
Hebbinghaus, R. (2002): Frisst Oxymonacanthus Acropora-Polypen? DATZ 55(3), 46-49.
Thaler, E. (1998): Der Paletten-Feilenfisch. DATZ 51(2), 84-90.