Im natürlichen Lebensraum finden sich Sattel-Krugfische zwischen Korallen und Felsen im Bereich subtidaler Lagunen und den seewärts gerichteten Riffen.
Hier ernähren sie sich zu einem nicht unwesentlichen Teil von fein gefiederten Algen die aus den Gruppen der Rot- und Grünalgen stammen. Ein Freßverhalten, welches sich auch sehr gut im Aquarium beobachten läßt. Neben Algen gehören Manteltiere zur bevorzugten Nahrung. Des weiteren werden in kleineren Mengen Korallen, Bryozoen, Würmer, Seeigel, Schnecken als auch braune und rote Kalkalgen konsumiert (Fishbase 2003).
Im Aquarium ist daher nicht auszuschließen, dass sich Canthigaster valentini an Korallen vergreift. Während bei JF bisher keine Übergriffe zu beobachten sind, konnte DH eindrucksvoll das Gebiss von Canthigaster valentini beim Genuss einer Montipora im Einsatz bewundern. Berichte, dass der Sattel-Krugfisch Korallen als zusätzliche Nahrung im Aquarium ansieht sind des öfteren zu lesen.
In der Natur bildet Canthigaster valentini Schulen die zwischen 10 und 100 Individuen zählen. Oft findet sich dazwischen der Feilenfisch Paraluteres prionurus. Untersuchungen ergaben, dass etwa 5% einer solchen Schule durch den Feilenfisch repräsentiert werden. Abgesehen von der Bildung einer Schule ist Canthigaster valentini territorial lebend. Die Art lebt in der Struktur eines Harems, wobei ein Männchen täglich mit mehreren Weibchen des Harems ablaicht (Fishbase 2003).
Dabei sollen die Eier auch in Algenbüscheln abgelegt, aber nicht weiter bewacht werden.
Im Aquarium bildet die Vergesellschaftung mehrerer junger Canthigaster valentini mitunter Probleme. Mehrfach startete JF den Versuch zwei Exemplare zu vergesellschaften. Dies endete damit, dass das schwächere Tier aus dem Aquarium sprang. Eine Vergesellschaftung von Canthigaster valentini und Canthigaster solandri war hingegen erfolgreich.
DH stieß bei DEBELIUS (1999) auf den Hinweis, dass die Männchen mit blauen Linien radiär ums Auge ausgestattet sind. Nach diesem Kriterium wurden zwei Canthigaster valentini zusammengesetzt – ein Tier mit blauen Linien eines ohne dieses Merkmal um die Augen. Bislang hat dieses Experiment erfolgreich funktioniert.
Die Pflege im Riffaquarium selbst kann als einfach bezeichnet werden. Die Tiere sind gegenüber Fischen anderer Familien friedfertig. Einzig problematisch ist die gemeinsame Pflege mit Steinkorallen, die funktionieren kann, aber nicht muss.
Literatur:
DEBELIUS, H. (1999): Riff-Führer Indischer Ozean. Jahr Verlag, Hamburg 322 S.
Autor: Joachim Frische & Dirk Haase