Chelmon rostratus ist den meisten Meerwasseraquarianern ein Begriff. Chelmon muelleri oder auch Chelmon marginalis hingegen dürften eher wenige zu Gesicht bekommen haben. Das Vorkommen von Chelmon muelleri ist auf den Indo-West Pazifik beschränkt und hier exklusiv auf einige wenige Plätze, wie an den Küstenriffen vor Queensland. Kürzlich wurde die Art im Nordwesten Australiens registriert.
Chelmon muelleri wird bis 20 cm lang und ernährt sich von benthischen Kleinorganismen. Als Paar findet sich der Müllers Pinzettfisch vor allem über schlammigen Untergrund. Die Fishbase (2003) verweist darauf, dass die Art auch in das Brackwasser der Flussmündungen vordringt. Jungtiere ähneln jenen von Chelmon rostratus, doch ist ihre Schnauze kürzer.
ALLEN et al. (1998) berichten von einer ähnlichen aquaristischen Haltbarkeit wie für Chelmon rostratus beschrieben. Nach den Beobachtungen von Dirk HAASE läßt sich die Art überraschend einfach an Ersatznahrung in Form von aufgetauten Mysis und Artemien umstellen. Seiner Auffassung nach ist diese Art wesentlich problemloser an Ersatznahrung zu gewöhnen als sein Vetter Chelmon rostratus.
Eine Pflege im Riffaquarium mit Korallen ist möglich und auch erwünscht. Röhrenwürmer werden gefressen. Chelmon muelleri ist ausschließlich etwas für Spezialisten.
Literatur:
ALLEN, G. R. & STEENE, R. & ALLEN, M. (1998): A Guide to Angelfishes & Butterflyfishes. Odyssey Publishing. Perth, 252 S.
Autor: Dirk Haase, Joachim Frische & Lutz Gohr