Wunderkorallen sind an ihren sehr großen, an Anemonen erinnernden Tentakel zu erkennen, die in einer flabello-meandroiden Koloniestruktur leben. Der wissenschaftliche Begriff „flabello-meandroid“ könnte als wulstig beschrieben werden.
Catalaphyllia jardinei steht in aller Regel frei auf dem Boden, wobei lediglich das Kalkskelett im Untergrund verankert ist.
Die Farbe der Tentakel ist vielseitig und nicht als artspezifisches Kriterium zu interpretieren. Am besten gefallen mir jene Farbvarianten, die zart gelblich wirken und deren Tentakelenden mit einem violetten Farbtupfer abschließen. Im Aquarium liebt die Zahnkoralle viel Licht und wenig Strömung. Ideale Strömungsverhältnisse sind dann gegeben, wenn die Tentakel sanft hin und her wiegen.
Im Aquarium ist es angebracht, die Koralle fest im Bodengrund zu verankern. Dabei ist darauf zu achten, daß reichlich freier Raum um den Steinkorallenpolpyen vorhanden ist, so daß sich die Polypen problemlos ausbreiten können.
Die Pflege im Aquarium gestaltet sich einfach, sofern nur geringe Phosphat- und Nitratgehalte vorhanden sind; ebenso wie hohe Calcium- und Strontiumwerte. Ernährt wird Catalaphyllia jardinei unter Zuhilfenahme ihrer Zooxanthellen. Außerdem werden im Wasser gelöste organische Verbindungen aufgenommen. Bei der Fischfütterung kann beobachtet werden, wie Frostfutter, das sich in den Polypen der Zahnkoralle verfängt, gefressen wird. Eine Beobachtung, die nicht bei allen Autoren niedergeschrieben bzw. dokumentiert ist. Persönlichen Mitteilungen zur Folge gibt es sogar Aquarianer die Wunderkorallen gezielt mit Muschelfleischstückchen versorgen.
Daraus resultierend ist es natürlich nicht verwunderlich, daß die Polypen der Zahnkorallen schnell größer werden. Wahrscheinlich auf Grund der Zufütterung und aus der Tatsache heraus, daß im Aquarium das Wachstum des Steinkorallenskeletts wesentlich langsamer (wenn überhaupt) voranschreitet als in der Natur, kann ein Auswandern der Polypen aus dem Skelett registriert werden. Ein Phänomen, das bislang nicht in den Griff zu bekommen ist. Hohe Phosphat- und Nitratgehalte beschleunigen das Auswandern. Ohne Skelett kann Catalaphyllia jardinei zwar noch einige Zeit im Aquarium überleben, doch treibt sie stetig auf dem Bodengrund umher bis sie über kurz oder lang verendet. Berichte, daß die Polypen nach dem Auslösen wieder damit beginnen, eine Skelett aufzubauen wurden meines Wissens bislang nicht publiziert. DELBEEK und SPRUNG publizieren bei dieser Art eine Vermehrung durch Fragmentation, die als Voraussetzung hat, daß sich zunächst ein neues Skelettstück gebildet hat und das umgebende Weichgewebe dabei ist, sich vom Mutterpolypen zu trennen. Der Trennungsvorgang wird mit Hilfe einer Schere unterstützt. Der so entstandene Polyp wird durch das Kalkskelett und die Schwerkraft auf den Boden gezogen und kann hier in aller Ruhe weiter wachsen.
Literatur:
Delbeek, C. J. & Sprung, J. (1994): Das Riffaquarium Vol. 1. Dähne Verlag. 543 S.
Fosså, S. A & Nilsen, A. J. 1995. Korallenriff - Aquarium Band 4. Bornheim, 447 S.
Frische, J. & Mohr, B. (2002): Ihr Hobby: Steinkorallen. Bede Verlag, Ruhmannsfelden. 80 S.