Eurypegasus draconis gehört in die Familie der Pegasidae, dessen deutscher Name „Pegasus“ durchaus an das flügeltragende Pferd aus der griechischen Antike erinnert. Ein anderer Trivialname ist Flügelroßfisch, zu dessen Kreation es keine plausible Erklärung zu geben scheint. Auffallend sind die zu Flügeln umgewandelten Brustflossen.
Der Gattung Eurypegasus sind aktuell zwei Arten zugeordnet (Fishbase 2003). Neben der hier besprochenen stellt der aus Hawaii stammende Eurypegasus papilio die zweite Art.
Eurypegasus draconis erreicht eine Körperlänge von bis zu 10 cm. Seine Verbreitung erstreckt sich über den Indopazifik: Rotes Meer und Südafrika bis zu den Marquesan und Society Islands; nördlich bis nach Südjapan, südlich bis nach Australien und den Lord Howe Inseln.
Seine bevorzugter Lebensraum sind Sandflächen, auf denen er sich, paarweise lebend, nur gemächlich fortbewegt (DEBELIUS 1993). Den Flossen kommt bei der Fortbewegung nur eine untergeordnete Rolle zu, vielmehr läuft der Fisch auf den zwei Flossenstrahlen seiner Bauchflossen. Das Erscheinungsbild gleicht dann unweigerlich einer Cessna vor dem Start. Die zurückgelegte Strecke pro Zeiteinheit ist allerdings kurz. Auffallend ist das lang ausgezogene Rostrum, welches sich weit über das Maul erstreckt.
Im Aquarium liebt dieser Fisch Sandflächen die er unaufhörlich nach Nahrung absucht. Es werden nach anfänglichem Zögern Mysis und Artemien akzeptiert. Da der Fisch nicht zu den dauerhaften Schwimmern zu rechnen ist, muss das Futter gezielt mittels einer Futterpipette verabreicht werden, soll dieses sonderbare Tier nicht verhungern. Ein spezielles Aquarium ist für seine Pflege unabdingbar.
Im Aquarium konnte Dirk HAASE beobachten, dass sich dieser Fisch, ähnlich einem Skorpionfisch, häutet. Diese Beobachtung findet in der Fishbase (2003) ebenfalls Erwähnung. Fazit: Ein Fisch für Spezialisten.
Literatur:
DEBELIUS, H. (1993): Fischführer Indischer Ozean. Tetra Verlag. Melle, 322 S.
Autor: Dirk Haase & Joachim Frische