In der Zusammenfassung des Artikels Frische (2001) wird der Aussage Hoffnung verliehen, dass der von Randall (1955) als „Strigosus-Komplex“ zusammengefasste Pool, von vermutlich vier allopatrischen Arten durch DNA-Analysen verifiziert werden kann. Eine Hoffnung, die sich bestätigt hat.
Randall & Clements (2001) gliedern die vier Arten wie folgt auf:
Ctenochaetus cyanocheilus Randall & Clements, 2001,
Ctenochaetus flavicauda Fowler, 1938
Ctenochaetus strigosus Bennett, 1828
Ctenochaetus truncatus Randall & Clements, 2001.
Ctenochaetus cyanocheilus und Ctenochaetus truncatus präsentieren die beiden neuen Arten. Charakteristisch für alle vier Arten ist das gelbe Farbstadium der juvenilen Exemplare. Aber nicht nur die juvenilen Fische können praktisch nicht auseinander gehalten werden, auch die adulten Vertreter der vier Arten sind bei oberflächlicher Betrachtung leicht durcheinander zu bringen. Anhaltspunkte zur Verifizierung der einzelnen Arten finden sich in Randall & Clements (2001).
Der aus dem Indischen Ozean stammende Ctenochaetus truncatus ist dabei am einfachsten zu bestimmen. Die abgestumpfte, beinahe verstümmelt wirkende Schwanzflosse ist für diese Art ebenso typisch wie die gelben oder blauen Punkte, die den gesamten Körper überziehen und diesem ein typisches Farbmuster verleihen. Arten mit ähnlicher Körperfärbung präsentieren eine gegabelte Schwanzflosse. Die adulten Tiere von Ctenochaetus truncatus tragen einen gelben Augenring.
Ctenochaetus strigosus stammt endemisch von Hawaii und ist somit durch die Herkunft charakterisiert. Adulte Exemplare tragen einen gelben Augenring.
Ctenochaetus flavicauda ist am besten an der Schwanzflosse zu identifizieren. Die rein weiße Farbe beginnt abrupt am hinteren Teil des Schwanzstiels und umfaßt die gesamte Caudale. Der Körper trägt eine orangene Grundfarbe.
Abgesehen von der Färbung sind die übrigen Unterscheidungsmerkmale zu Ctenochaetus cyanocheilus wenig markant. Der gelbe Augenring ist ausgebildet. Ctenochaetus cyanocheilus unterscheidet sich durch eine durchgehend braune Grundfärbung, die durch helle Punkte im vorderen und durch bläulich schimmernde Streifen im restlichen Körperbereich unterbrochen sein kann. Die adulten tragen keinen gelben Augenring jedoch bläulich wirkende Lippen.
Die Vergesellschaftung von Ctenochaetus cyanocheilus gestaltet sich zumeist unproblematisch und die Pflege im Riffaquarium ist ohne nennenswerte Komplikationen zu beschreiben. Imposant sind die Droh- oder Streßfärbung von Ctenochaetus cyanocheilus, die sich in hellen und dunklen Längsstreifen zeigt. Bleibt abschließend darauf hinzuweisen, dass sich die Artenzahl der Gattung Ctenochaetus auf nunmehr 9 erhöht hat.
Literatur:
Frische, J. (2001): Ein neuer Ctenochaetus? Das Aquarium. 35(2): 58-60
Frische, J. (2002): Zwei neue Ctenochaetus-Arten. Das Aquarium. 36(6), 39-40
Randall, J. E. (1955): A revision of the surgeon fish genus Ctenochaetus, family Acanthuridae, with descriptions of five new species. Zoologica 40(4): 149-166
Randall, J. E. & Clements, K. D. (2001): Second Revision of the Surgeonfish Genus Ctenochaetus (Perciformes: Acanthuridae), with Descriptions of two new species. Indo Pacific Fishes, No. 32. Honolulu, Hawaii.
Randall, J. E. (2002): Surgeonfishes of the World. Mutual Publishing, Hawaii. 126 S.