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AquaNet Lexikon - die Zierfisch-Datenbank

Pterois antennata - (BLOCH, 1787)

Foto: Lutz Gohr

Beschreibung und weitere Informationen

Der Feuerfisch hat immer einen langen Überaugententakel und kann leicht mit Dendrochirus zebra verwechselt werden. Die Rückenflosse hat immer nur 12 Strahlen, wobei die letzten beiden klein sind und von der Flossenmembran umfasst werden. Über das Auge zieht sich eine dunkelbraune Binde. Die Grundfarbe ist hell, mit fünf breiten und je 1-3 schmaleren, rostbraunen Streifen. Die blauen Flecken in den Brustflossen sind zudem noch ein weiteres Erkennungsmerkmal.

Feuerfische leben meist in geringen Tiefen in felsigen Gebieten bzw. Korallenriffen. Fast alle Arten sind vorwiegend nacht- und dämmerungsaktiv. Tagsüber verstecken sie sich, indem sie sich in vertikaler Position (meist kopfunter) eng an Felsen oder Korallen schmiegen. Die meisten Arten sind als Einzelgänger zu sehen, selten sieht man kleinere Gruppen. Sie sind allesamt sehr träge Schwimmer. Die Schwimmblase ist  – wie bei vielen Scorpaeniden – zurückgebildet, was dazu führt, dass die meisten Drachenköpfe zu einer mehr bodengebundenen Lebensweise tendieren. Bei den Feuerfischen ist das etwas anders: durch die ausgebreiteten Brustflossen, die als Tragfläche dienen, sind Feuerfische in der Lage zu schweben, weniger jedoch aktiv über längere Strecken zu schwimmen.

Feuerfische lassen sich im Prinzip sehr gut im Aquarium halten. Sie benötigen eine ihrem Umfeld entsprechende Umgebung aus Felsaufbauten und freiem Bodengrund. Da sie nicht sehr viel schwimmen, muss das Becken auch nicht unbedingt überdimensioniert sein. Jedoch ist zu bedenken, dass die Tiere einen großen Stoffumsatz haben und größere Wasservolumina die Konzentration der Schadstoffe niedrig halten. Demzufolge ist unbedingt eine effektive Abschäumung und eine wirksame Filteranlage einzuplanen. Sinnvoll ist hier auf jeden Fall auch eine effektive Nitratentfernung, da die Werte bei den Fütterungsumsätzen schnell die 50 mg/l (und mehr) Grenze erreichen können. Somit bleibt dann auch die Frage, inwiefern diese Tiere für ein Riffbecken geeignet sind.

Im Prinzip ja, aber die gängigen Riffbecken haben einen gemischten Besatz mit vielen niederen Tieren und Fischen, zu denen auch Garnelen und Krebse sowie kleinere Riffbarsche zählen. Feuerfische können nichtunbedingt mit kleinen Fischen und/oder Krebstieren vergesellschaftet werden, da dieser Bestand dann auf Dauer doch dezimiert werden würde. Werden die Fische reichhaltig gefüttert (was unbedingt zu empfehlen ist) ergeben sich zusätzliche Probleme mit den Schadstoffwerten, was auch schon unempfindlicheren Korallen wie Weichkorallen nicht zuträglich ist. Besser ist dann schon, ein Spezialbecken mit größeren Fischen einzurichten, vielleicht einige wenige unempfindliche Lederkorallen und mit effektiven Filtermethoden zu arbeiten.

Schwierig bei den Feuerfischen ist nur die Umstellung auf die tote Nahrung. Anfangs kann man mit Lebendfutter wie größeren Schwebegarnelen oder mit salzwassergewöhnten Guppies füttern. Es wird in der Regel nur Futter aus dem freien Wasser angenommen. Es hat sich zudem bewährt, kleine Fleischstückchen auf Holzstäbchen vor dem Fisch zu bewegen, bis der Saugschnappreflex des Fisches einsetzt. Später nehmen die Tiere dann größere Brocken aufgetauten Frostfutters aus dem freien Wasser.

Das Ablaichen der Feuerfische erfolgt in der Regel in der Dämmerungsphase in freiem Wasser, aber dicht vor dem üblichen Standort. Die Laichballen sind durch eine gelartige Masse miteinander verbunden, die mehrere tausend Eier enthalten kann. Die Aufzucht der Fischlarven ist leider bisher noch nicht geglückt.

VORSICHT!

Alle Feuerfische bis auf zwei Ausnahmen (D. bellus und E. bleekeri) sind giftig. Die Giftdrüsen der Feuerfische befinden sich in Gruben an der Basis der harten Rückenflossenstrahlen sowie an der Basis der Kiemendeckelstacheln. Ein Stich durch die Stacheln bzw. eine Verletzung durch die Rückenflosse ist äußerst schmerzhaft und führt dazu, dass das Gift sofort in die Wunde gelangt. Wenn es harmlos verläuft, so sind ziemliche Schmerzen bei einer örtlichen Gewebezerstörung mit Taubheitsgefühl, Rötungen und Schwellungen zu erwarten. Bei etwas angeschlagenem Gesundheitszustand kommen Übelkeit, Erbrechen und Kreislaufprobleme hinzu. Eine Sache also, mit der prinzipiell nicht zu spaßen ist.

VORSICHT!

Dieses Giftsekret besteht nicht nur – wie vielfach beschrieben – aus einer Komponente. Der Hauptanteil sind neurotoxisch wirkende Proteine, andere, unabhängige Bestandteile bestehen aus nicht proteinösen Strukturen. Demzufolge ist auch die oft vorgeschlagene Sofortbehandlungsmethode fraglich. Sie besteht in einem mindestens dreißigminütigem Bad der betroffenen Körperstelle in 45 °C warmen Wasser, um die Proteine zu denaturieren (und somit wirkungslos zu machen) und die Verbreitung des Giftes durch den Blutkreislauf zu verhindern. Das wirkt sicherlich auf den Proteinbestandteil des Giftsekrets, das andere Toxin hingegen wird sich davon nicht beeinflussen lassen. Zudem mag es allemal besser sein, die betroffene Stelle mit einem Fön auf die entsprechende Temperatur zu bringen, was zudem punktgenauer möglich ist. Am besten ist es sicherlich, bei derartigen Notfällen einen Arzt aufzusuchen und von fragwürdigen Methoden der Erstbehandlung abzusehen.

Autor: 

Lutz Gohr


Datum: 2/17/2004

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Meerwasser Fische


Deutscher Name:
Antennen-Feuerfisch

Familie:
Scorpaenidae, Drachenköpfe

Verbreitung: tropische Region von Ostafrika bis Mikronesien

Größe: 20 cm

Aquariengröße: 500 l

Vergesellschaftung mit Korallen:
 Sehr gut


Vergesellschaftung Wirbellose:
 Eingeschränkt

Vermehrung: Freilaicher

Synonym(e): 

Wasserregion:  unten

Ernährungsweise: Fleischfresser

Zucht: unbekannt

Schwierigkeit: für erfahrene Aquarianer geeignet

 6106 Aufrufe seit dem 25.05.2004

Weitere Informationen:

Scorpaenidae
Scorpaeniformes
Actinopterygii
Chordata
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