Dactylopus dactylopus gehört in die Familie der Callionymidae, die besser unter dem Namen der Leierfische bekannt ist. Es ist die derzeit einzige Art der Gattung. Bei seiner Entdeckung wurde die Art zunächst als Callionymus dactylopus erstbeschrieben.
Der Fisch wird bis 30 cm (Fishbase 2003) lang und findet sich in Tiefen zwischen 1 und 55 Metern. Dieser Leierfisch bevorzugt sandigen oder schlickartigen Untergrund in den er sich bei Gefahr eingräbt.
Es ist ein friedfertiger Vertreter seiner Familie dessen 1. Rückenflossenstrahl bis 10 cm lang werden kann.
In der einschlägigen Literatur ist die Art nicht zu finden. Im Fischführer Südostasien (DEBELIUS 1994) ist sowohl das juvenile als auch das adulte Tier zu sehen. Nach Angaben von DEBELIUS wird die Art allerdings nur 18 cm lang. Sein Vorkommen erstreckt sich über den Östlichen Indischen Ozean und den westlichen Pazifik.
Da Angaben zur aquaristischen Pflege fehlen, sind die Erfahrungen von Dirk HAASE ausgesprochen wertvoll:
Er geht erstaunlicherweise problemlos an Frostfutter (Artemien und Mysis) und hat binnen kurzer Zeit gelernt, dass die Artemien aus der Pipettenspitze entnommen werden können. Überraschend ist die kurze Zeit die Dactylopus dactylopus gebraucht hat um diese Futterquelle zu nutzen.
Ebenfalls ausgesprochen spannend ist der Einsatz der einzeln angeordneten Flossenstrahlen der Brustflosse. Sie funktionieren als Jagdinstrument um bodenlebende Würmer aufzuscheuchen. Der Einsatz geschieht folgender Maßen: Die Flossenstrahlen werden kontinuierlich auf den Untergrund geschlagen, so dass Würmer und anderes Bodengetier aufgescheucht wird und vor das Maul des Fisches schwimmt. Hier muss es nur noch eingezogen werden. Leider funktioniert diese Anwendung bei Ersatzfutter nicht.
Eine weitere Beobachtung bezieht sich auf das vorstülpbare Maul. Dieses wird zuweilen hektisch vor- und zurückgeschoben bzw. geöffnet. Dadurch wird ein grell orange gefärbtes Areal der Haut sichtbar und wieder unsichtbar. Die orangefarbene Region läßt sich gut bei dem konservierten Exemplar erkennen, welches im Burgess Atlas (1988) zu sehen ist (Bild S. 536, Tafel 453).
Wen das aufblitzende Orange im Speziellen anlocken soll, - Garnelen oder / und Krebstiere oder vielleicht auch kleine Fische und –larven - kann im Aquarium natürlich nicht beantwortet werden. Literatur hierzu ist nicht vorhanden. Das Aquarium, in dem dieser Leierfisch gepflegt werden muss, verfügt über ein umfangreiches Sandareal und beherbergt bedächtige Fresser.
Es bleibt festzustellen, dass in Dactylopus dactylopus nicht nur ein interessanter Fisch zu finden ist, sondern auch ein gut zu pflegender Aquarienbewohner.
Literatur:
Debelius, H. (1994): Fischführer Südostasien. Tetra Verlag. Melle, 322 S.
Burgess, W. E. & Axelrod, H. R. & Hunziker, R. E. (1988): Dr. Burgess Atlas of Marine Aquarium Fishes. T.F.H. Publ., Neptune, 736 S.
Autor: Dirk Haase & Joachim Frische